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Wenn man auf Arbeit motzen darf, kommt das bei raus:**

Germany’s Next Topmodel

Das Konzept ist einfach: Eine Herde Hungerhaken übt sich in der Catwalkerei, und wird am Ende der Sendung in schönster Castingmanier von einer Jury aus überkanditelten Modeprofis zerpflückt. Unter viel Augenwischerei muss sich dann jede Woche eine der Laufstegbarbies von ihrem Karrieretraum verabschieden. Die meist nicht nachvollziehbare Kritik an den Models (bestes Beispiel: „Für ein Model bist du zu fett“- bei geschätzten paarundfuffzig Kilo auf 1,78 m) lässt die Damenwelt der Nation verzweifeln und führt dazu, dass sogar Elfjährige bereits die ersten Cellulitedellchen bei sich zu entdecken meinen.

Unterdessen moderiert Heidi, das mittlerweile omnipräsente deutsche Vorzeigemannequin, die Sendung mit soviel Charme und Natürlichkeit wie Michelle Friedmann. Ihr Schweigen zu oben erwähntem Kommentar kann man sich nur damit erklären, dass ihr die vielen Katjes auf ihr Erinnerungsvermögen geschlagen haben: Hatte nicht Heidi nur deshalb Erfolg, weil man plötzlich wieder auf Kurven stand?

Fazit:
Viel Kritik für wenig Inhalt: Germany’s Next Topmodel. Warum eine Gesellschaft, die sowieso schon in Komplexen badet, diese oberflächliche Rippenshow braucht, bleibt mir unverständlich.



Die Andy-Milonakis-Show
"Andy Milonakis hat wirklich alles: Ein nettes Zuhause, jede Menge Humor und seine eigene Show auf MTV." Mit diesen Worten lobt der Musiksender seinen neuesten Serienhelden. Dass Andy Milonakis außerdem für sein noch recht junges Alter eine ansehnliche Plautze und offensichtlich ein paar Schläge zu viel auf den Kopf bekommen hat, verschweigen uns die Damen und Herren von der MTV-PR-Abteilung offensichtlich. Denn was in der "Andy Milonakis Show" als Humor bezeichnet wird, weckt eigentlich eher den Wunsch nach ewiger Kinderlosigkeit und lässt amerikanische Drill-Camps plötzlich in einem viel sympathischeren Licht erscheinen.

Fazit:
Ahnungslose, vornehmlich ältere weil gutmütigere Passanten mit drittklassig-dummen Sprüchen zu belästigen oder vor laufender Kamera alles in sich hineinzuschaufeln was die amerikanische Fast-Food-Industrie hergibt, ist nicht witzig, sondern kindisch und ziemlich langweilig. Na, wenigstens kann Andy selbst über seine eigenen "Scherze" lachen, denn was MTV einem da als "begnadete Sketche" präsentieren will, lässt mich höchstens um Gnade flehen.



Die Sarah-Kuttner-Show

Gerade noch bei VIVA, jetzt schon auf MTV: Die Sarah Kuttner Show. Seit September darf sich die selbsternannte "schnodderigste Charme-Rakete des deutschen Farbfernsehens" wieder in ihrer Show selbst inszenieren. Gemeinsam mit ihrem Studiokollegen Sven Schuhmacher versucht die 26-Jährige vergeblich, Harald-Schmidt-Flair in ihre Show zu bringen – freilich jedoch meilenweit vom offensichtlichen Vorbild entfernt. Mit schriller Stimme bombardiert Sarah Kuttner das Publikum statt mit pointiert-satirischem Humor mit historisch wertvollen Weisheiten wie "Ost-Deutschlands oberste Repräsentanten" waren "rückblickend genau so doof angezogen wie die Disco-Typen im Westen."

Kuttners Interviews sind dabei ungefähr so planvoll die die Deutsche Bahn pünktlich ist, und über diesen Mangel an Konzept können weder ihre schicken Outfits noch das Auftreten zugegebenermaßen cooler Indie- und Newcomermusiker hinwegtäuschen.

Fazit:
Kuttners angebliches Alltags- und Popkultur durch den Fleischwolf drehen kommt eher als nerviges Hintergrundrauschen denn als intelligent inszenierte Gesellschaftskritik daher.



Tic Tac Toe

Herzlich willkommen zu "Comebacks, die die Welt nicht braucht". Heute: Tic Tac Toe. Das sind jene drei Mädels, die in den 90ern mit Intelligenzhämmern wie "Verpiss dich" und "Ich find dich Scheiße" aufwarteten. Und genau jene Mädels, die ihre Vorzeigefreundschaft mit einem öffentlich zur Schau getragenen Zickenkrieg auf einer legendären Pressekonferenz haben enden lassen.

Ziemlich genau acht Jahre nach ihrer spektakulären Trennung bringen Lee, Jazzy und Ricky ihre neue Single "Spiegel" als Vorboten zur CD "Bild" heraus. Das Plädoyer der Mädels, es ginge nicht ums Geld, sondern lediglich wieder um das "gemeinsam auf der Bühne stehen" ist dabei so überzeugend wie Michael Jacksons OP-Dementi.

Fazit:
Mit "Spiegel" versuchen die Mädels den Imagewechsel hin zur Seriosität. Die lieblos und talentfrei vorgetragenen Plattitüden ersticken aber jeden Ansatz von Tiefgründigkeit bereits im Keim, und bei den Reimen kräuselt sich jedem Rap-Fan der Gehörgang.

Persönlich attestiere ich dem Comeback und der Musik von Tic Tac Toe so viel Potenzial wie Cabriofahren bei Hagel.




"Pimp my Whatever"

Mit "Pimp my Ride", dem amerikanischen Original von "Pimp My Whatever", hat MTV einen Superknaller gelandet. An diesem Erfolg orientiert sich der Ex-Musiksender nun mit allen möglichen abgekupferten Formaten. Nach dem peinlichen "Pimp My Fahrrad" kommt nun der nächste Pimp-GAU: "Pimp My Whatever". Dabei schrecken die Bastler von "Elbcoast Psycles" vor nichts zurück: Von der Vespa über den kleinen Bruder bis zum Klo wird alles getunt, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Laut MTV-Lobeshymne setzt "Pimp my Whatever“ sein amerikanisches Original mit einem Augenzwinkern um, ohne sich dabei zu ernst zu nehmen.

Fazit:
Das Augenzwinkern könnte aber auch von ernstzunehmender Bindehautreizung kommen, denn "Pimp My Whatever" ist nur was für hartgesottene Fans, und solche, die DVD-Player in Hundehütten für sinnvoll halten. Einen Pluspunkt gibt's für die humorvolle Moderation von VJ Patrice.



Deutschland sucht den Superstar

Die bekannteste Castingshow Deutschlands geht in die dritte Runde. Nach der langen Castingabstinenz im deutschen TV kann man nicht umhin, sich in Vorschadenfreude die Hände zu reiben. Bohlens rhetorische Hammerschläge à la "Ich kann dir nur einen super guten Tipp geben: lass das Singen für alle Zeiten. Verschon die Menschheit!“ sind nichts für Mauerblümchen und Weicheier.

Fachkundige Flagghilfe
Wie schon in den beiden ersten Staffeln müssen sich begnadete Sänger, und die, die sich für solche halten, einer dreiköpfigen Jury stellen. Wer mit Stimme, Style und Tanztalent über mehrere Runden überzeugen kann, dem winkt ein Plattenvertrag. Mit Sylvia Kollek und Heinz Henn hat sich Bohlen fachkundige Unterstützung geholt: Beide sind schon lange im Musikbusiness tätig, haben Künstler wie Robbie Williams und Backstreet Boys betreut. Und sind genauso gnadenlos wie der Musikguru aus Tötensen.

Fazit:
Besonders die Vorrunden mit den schrägsten Karaokekatastrophen versprechen wieder einen Heidenspaß.

** Diese Texte sind sozusagen Eigentum von T-Online Mobil



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