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Füße wie ein Unfall und Würstchen aus der Dose.

Der Plan war gut. Bardentreffen in Nürnberg - gammeln, Musik hören, Bierchen trinken. An- und Abreise mit der Bahn.

Hat hinwärts auch hervorragend geklappt, Fensterplatz mit Tischchen fürs Sektfrühstück, staufreie Fahrt in die Frankenmetropole. Aber die Deutsche Bahn wäre ja nicht die Deutsche Bahn, wenn nicht noch irgendwas schief gegangen wäre. In meinem Fall die Heimfahrt.

Mit rund 30 Minuten Verspätung aus Nürnberg losgetuckert - Hauptsache, wir sprinteten vorher noch einmal quer durch die (wirklich große) Bahnhofshalle, weil wir dachten wir verpassten den Zug. Hätten wir eigentlich besser wissen müssen.

Im Zug trafen wir dann sie - die Personifizierung der Hempels. Alles, was dort wohl sonst sprichwörtlich unter'm Sofa liegt, hatten sie in zwei Riesenreisekoffern dabei. Zuerst Sohn 1. Die runde Nickelbrille ganz weit vorne auf der Nase. Das fleckige Muscle-Shirt spannte - über dem Bauch. Von den Muscles war hingegen nichts zu sehen. Kurze Bermuda-Hose, weiße Socken und offene Schuhe - das wandelnde Klischee. Mitsamt einem strengen Odeur betritt er den Zug, wuchtet die Koffer hinter sich her. Sohn 2 - hätte er in einem anderen Abteil gesessen, hätte ich die Verwandtschaft wohl trotzdem rausdeuten können. Brille und Brillentragweise identisch, aber modisch ansonsten viel weiter vorne: Weiße Base-Cap nur halb auf dem Kopf, dafür leicht schräg - sieht eben einfach cooler aus. Der HipHop-Style wird durch das Ripp-Hemd unterstrichen. 1A, würde Blumentopf da jetzt sagen. Mutti streift erst mal die Schuhe ab und legt die Beine hoch. Diese Füße. Wie ein Unfall: Eigentlich eklig und man kann trotzdem nicht weggucken. Ich habe mir die Schuhe jedenfalls wieder dran gewünscht.

Was bleibt zu sagen - ein Mann mit dürren Beinen in viel zu kurzen Hosen mit wilden Haaren, weißen Socken in Sandalen und einem ordentlichen Gepläutz betritt das Abteil. Wo setzt er sich dazu? Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Aus dem mitgebrachten Klapp-Korb wird erst mal die Brotzeit geholt. Käse aus dem Supermarkt-Kühlregal, eingepacktes Brot, Einmach-Glas mit Wienerle. Lecker. Währenddessen gehen die Jungs auf dem Bahn-Klo erst mal eine rauchen (!).

Ich schaue aus dem Fenster und überlege, wem wohl die Nase gehört, die die Fettschlieren auf die Glasscheibe gedrückt hat.

Dass wir am Ende den Anschlusszug in Würzburg verpasst haben und mit eineinhalb Stunden Verspätung zu Hause ankamen... ist irgendwie Nebensache.

P.S.: Naja - ein paar Fotos vom Bardentreffen habe ich mal auf meinen Flickr-Account gestellt. Hempels sind leider nicht dabei.
3.8.09 20:25
 



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