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Enke, wer...? Ein Kommentar zum Nachdenken.

Ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken - aber dieser Kommentar von Eurosport-Redakteur Michael Wollny ist es einfach wert, weitergegeben zu werden. Auf dass ein paar Leute mal darüber nachdenken.

Kommentar: Enke, wer...?
Das Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch gegen die Côte d'Ivoire zeigte in absolut erschreckender Schnelligkeit, dass man aus dem ernüchternden Schicksal von Robert Enke nichts gelernt hat: Gellende Pfiffe gegen Mario Gomez.

Ein Kommentar von Eurosport-Redakteur Michael Wollny.

Die Wut kam in der 70. Minute. Ungläubiges Kopfschütteln über so viel Dummheit beim kollektiven Aussetzer im Kurzzeitgedächtnis.

In geradezu massenhysterischen Dimensionen hatten sich erst am vergangenen Sonntag Zehntausende von Robert Enke verabschiedet. Ganz Deutschland war angeblich betroffen. Und jetzt alle: "Wir sind Enke!"

Im Leid eines Einzelnen wollte man eine Chance erkannt haben. Depression wurde als Volkskrankheit geoutet. Mehr Menschlichkeit bitte! Mehr Sensibilität! Und dieser Druck!

Der Druck eines Profi-Fußballers und der Druck, dem sich ein jeder von uns in dieser wertebefreiten Leistungsgesellschaft ausgesetzt sieht.

Die Anderen sind Schuld

Ehrliche Betroffenheit mischte sich mit den Krokodilstränen emotionaler Trittbrettfahrer. Trauern um Robert Enke war "in" in der vergangenen Woche. Dazu natürlich auch ein gerüttelt Maß an keineswegs ungerechtfertigter Medienschelte.

Die Gesellschaft war schuld. Vielleicht auch die Ehefrau? Und was war mit den Ärzten? Und sowieso: Die Medien!

Aber wer machte sich die Mühe, sich eventuell auch einmal selbst zu hinterfragen? "Die Hölle, das sind die Anderen" - Hier passt Jean-Paul Sartre. Und Sartre passte auch gestern in der 70. Minute beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Côte d'Ivoire.

Ein Testspiel. Und irgendwie auch ein Gedenkspiel an Robert Enke, so hieß es. Die Gäste machten sich in Shirts mit dem Konterfei des Verstorbenen warm. Von den Rängen hingen Transparente, die Stimmung war gedrückt. Vor den Nationalhymnen wurde ein Kurzfilm über jenen Menschen gezeigt, der keine Freude mehr im Leben entdecken durfte. Erneut flossen Tränen. Und dann kam die 70. Minute.

Der eine Held, der andere Depp

In der 70. Minute wurde nämlich Mario Gomez eingewechselt - und gnadenlos ausgepfiffen. Man traute seinen Ohren nicht! Dort unten betrat soeben ein 24-jähriger Fußballer den Rasen. Den deutschen Bundesadler auf der linken Brust. Trauerflor am rechten Arm.

An den Grund für die schwarze Binde konnte man sich in diesem Moment im Stadion wohl nicht mehr erinnern. War da was?

Kießling, ein neuer Volks-Held, hatte den Rasen in der 70. Minute verlassen. Die Massen jubelten. Gomez, der "alte Depp", betrat den Rasen. Die Massen pfiffen.

In diesem Augenblick erinnerte man sich wieder an Brot und Spiele, Gladiatoren und Pöbel. Schalke war Rom, die Arena das Kolosseum und Gomez, ohnehin seit Wochen unter Dauerbeschuss, bekam den Daumen nach unten.

Es geht nicht um die bekannten Emotionen beim Fußball, von denen der Fußball schließlich auch lebt. Ein Stadion ist kein Ort für den offenen Gebetskreis. Fußball ist derb, laut und auch vulgär. Dennoch sollte er leidenschaftlich bleiben und fair.

Menschenverachtend

Doch der Fall Gomez ist exemplarisch für eine neue Fußball-Konsum-Kultur. Die Rechnung ist einfach: 35 Millionen Euro Ablöse + ein privilegiertes Leben = Legitime Projektionsfläche für Neid, Frust, Hass und Stumpfsinn.

Man will an Gemeinheiten alles dürfen können, weil es dem da unten im Trikot schließlich so gut geht. Der Fußball-Millionär hat seine öffentliche Hinrichtung klaglos zu erdulden. Soll er doch auf seinen Kontoauszug schauen, wenn er das Gefühl erfährt, von außen nach innen zerdrückt zu werden. Wenn das die viel zitierte "Rückkehr zur Normalität" bedeutet, dann soll bitte alles aus den Fugen bleiben.

Schalke wird aber leider kein befremdliches Einzelbeispiel bleiben. Am Wochenende ist wieder Bundesliga-Alltag. Fängt man in den Stadien, im Kleinen also, nicht endlich einmal damit an umzudenken, dann wird es im Großen, außerhalb des Stadions und weit über den Fußball hinaus, kein Erwachen geben können.

So einfach geht das eben in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft. Geiz ist geil! - Also geizt man selbstverständlich auch mit dem Verstand. Sorry Leute, nichts kapiert! - Der Nächste bitte...

Hier geht's noch mal zum Artikel.
20.11.09 15:00


"Krankenkassen fehlen 7 Milliarden"

Diese Schlagzeile geht seit gestern durch alle Medien. Und da frage ich mich - wo bringen die Krankenkassen denn die ganze Kohle hin?

Ich zahl doch schon jeden Monat einen Haufen Geld! Wenn ich jetzt auch noch ausrechne, ich würde mir die Praxisgebühren, die ich laufend latze, unters Kopfkissen legen anstatt sie den Kassen in den Rachen zu werfen, dann könnte ich mir bestimmt jetzt schon die ein oder andere Behandlung - die die Kasse natürlich NICHT übernimmt - leisten.

Ganz davon zu schweigen, dass man beispielsweise beim Frauen- oder Hautarzt ein mehrseitiges Flugblatt mit einer Preisliste in die Hand gedrückt bekommt, auf dem steht, was alles selbst bezahlt werden muss - hauptsächlich so "unwichtige" Sachen wie Krebsvorsorge. Vielleicht sollte die Kasse lieber hier mal Geld in die Hand nehmen - denn viele Menschen können sich eine Haut- oder Brustkrebsvorsorgeuntersuchung eben einfach nicht leisten. Und wenn dann später was ist? Dann wird's richtig teuer.

Und wer am Ende der Dumme ist, darüber brauchen wir ja nicht diskutieren. Blöd nur, dass man nicht einfach "austreten" kann.
7.10.09 09:17


Füße wie ein Unfall und Würstchen aus der Dose.

Der Plan war gut. Bardentreffen in Nürnberg - gammeln, Musik hören, Bierchen trinken. An- und Abreise mit der Bahn.

Hat hinwärts auch hervorragend geklappt, Fensterplatz mit Tischchen fürs Sektfrühstück, staufreie Fahrt in die Frankenmetropole. Aber die Deutsche Bahn wäre ja nicht die Deutsche Bahn, wenn nicht noch irgendwas schief gegangen wäre. In meinem Fall die Heimfahrt.

Mit rund 30 Minuten Verspätung aus Nürnberg losgetuckert - Hauptsache, wir sprinteten vorher noch einmal quer durch die (wirklich große) Bahnhofshalle, weil wir dachten wir verpassten den Zug. Hätten wir eigentlich besser wissen müssen.

Im Zug trafen wir dann sie - die Personifizierung der Hempels. Alles, was dort wohl sonst sprichwörtlich unter'm Sofa liegt, hatten sie in zwei Riesenreisekoffern dabei. Zuerst Sohn 1. Die runde Nickelbrille ganz weit vorne auf der Nase. Das fleckige Muscle-Shirt spannte - über dem Bauch. Von den Muscles war hingegen nichts zu sehen. Kurze Bermuda-Hose, weiße Socken und offene Schuhe - das wandelnde Klischee. Mitsamt einem strengen Odeur betritt er den Zug, wuchtet die Koffer hinter sich her. Sohn 2 - hätte er in einem anderen Abteil gesessen, hätte ich die Verwandtschaft wohl trotzdem rausdeuten können. Brille und Brillentragweise identisch, aber modisch ansonsten viel weiter vorne: Weiße Base-Cap nur halb auf dem Kopf, dafür leicht schräg - sieht eben einfach cooler aus. Der HipHop-Style wird durch das Ripp-Hemd unterstrichen. 1A, würde Blumentopf da jetzt sagen. Mutti streift erst mal die Schuhe ab und legt die Beine hoch. Diese Füße. Wie ein Unfall: Eigentlich eklig und man kann trotzdem nicht weggucken. Ich habe mir die Schuhe jedenfalls wieder dran gewünscht.

Was bleibt zu sagen - ein Mann mit dürren Beinen in viel zu kurzen Hosen mit wilden Haaren, weißen Socken in Sandalen und einem ordentlichen Gepläutz betritt das Abteil. Wo setzt er sich dazu? Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Aus dem mitgebrachten Klapp-Korb wird erst mal die Brotzeit geholt. Käse aus dem Supermarkt-Kühlregal, eingepacktes Brot, Einmach-Glas mit Wienerle. Lecker. Währenddessen gehen die Jungs auf dem Bahn-Klo erst mal eine rauchen (!).

Ich schaue aus dem Fenster und überlege, wem wohl die Nase gehört, die die Fettschlieren auf die Glasscheibe gedrückt hat.

Dass wir am Ende den Anschlusszug in Würzburg verpasst haben und mit eineinhalb Stunden Verspätung zu Hause ankamen... ist irgendwie Nebensache.

P.S.: Naja - ein paar Fotos vom Bardentreffen habe ich mal auf meinen Flickr-Account gestellt. Hempels sind leider nicht dabei.
3.8.09 20:25


95 Prozent aller Blogs liegen brach.

Sagt zumindest "Freshzweinull" (<-- klick). Wegen Twitter. Bei mir haben sie damit recht gut ins Schwarze getroffen. Mehr als 140 Zeichen sind hier derzeit kaum zu kriegen.

Wer mag, kann sich das ja gern mal gucken, auf twitter.com. Alle die sowieso schon mit-twittern, sind übrigens von dieser Ansprache ausgenommen.
21.6.09 23:29


brummelschlumpf is over capacity.

Please wait a moment and try again.
14.6.09 18:02


Drehmalauter!

Versuche, die HipHop-Musik aus dem 2. Stock mit den Klängen unserer Rock-am-Ring-Party zu übertönen. Klappt.
6.6.09 23:51


Ganz schön anstrengend:

StudiVZ, Facebook, StayFriends, Twitter und Blog unter einen Hut zu bekommen. Aber Account löschen ist ja auch keine Lösung.
26.5.09 01:50


28. Mai:

Gemeinsames "relegieren" geplant. To Do: Jelly Shots in Rot und Schwarz machen, Clubschal suchen.



[Bild: FCN.de]
24.5.09 17:37


Kleiner Existentieller am Rande:

Krise im Anmarsch. Irgendwas ist schief gelaufen in meinem Leben.
24.5.09 13:15


now what?

Barcelona-Urlaub in letzter Minute gecancelt, weil Reisebegleitung krank geworden.

Jetzt sitze ich hier und weiß nicht, was ich mit meiner freien Woche anfangen soll.

Hatte mich schon gefreut, aus diesem langweiligen Kaff hier mal wieder ein paar Tage rauszukommen, mal was Neues zu sehen, den Mief hier mal aus der Nase zu kriegen.

Ich hätte allein fliegen sollen.
23.5.09 23:50


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